Johann-Sebastian-Bach-Kirche in Arnstadt
Die Johann-Sebastian-Bach-Kirche liegt zentral in der Arnstädter Innenstadt am Rand des Marktplatzes. In ihrem barocken Saalbau treffen die Geschichte von Johann Sebastian Bach und zwei Orgeln aus unterschiedlichen Epochen aufeinander. Die Kirche ist ein aktiver evangelischer Gottesdienstraum; Besichtigungszeiten können sich kurzfristig ändern.
Kirchentüren haben oftmals ausgefallene Verkleidungen
Foto: Dagobert Wiedamann
Eine Kirche aus der Zeit nach dem Stadtbrand
Vor dem heutigen Bau stand an dieser Stelle die Bonifatiuskirche. Der Stadtbrand von 1581 zerstörte sie; ihre Ruine blieb nach Darstellung der Kirchengemeinde fast ein Jahrhundert sichtbar. Zwischen 1676 und 1683 entstand auf den Grundmauern die Neue Kirche. Beim Wiederaufbau wurden Teile des alten Mauerwerks und Steine der früheren Jakobskirche verwendet. Die gotisch wirkenden Fenstergewände gehören deshalb zu einem Bau, der ansonsten als barocker Saalbau gestaltet wurde.
Im Inneren prägen zwei umlaufende Emporen und ein hölzernes Tonnengewölbe den Raum. Das Gewölbe ruht auf hohen Holzpfeilern und beeinflusst auch den Klang: Die Kirchengemeinde hebt die Akustik als Besonderheit hervor. Für den Rundgang lohnt es sich, den Blick vom Kirchenschiff nach oben zu den Emporen und zur Decke wandern zu lassen. Die Raumform macht verständlich, warum die Orgeln nicht nur Instrumente, sondern ein wesentlicher Teil des Kirchenraums sind.
Bachs Arnstädter Jahre und die beiden Orgeln
Johann Friedrich Wender aus Mühlhausen baute die Orgel, die 1703 fertiggestellt wurde. Der damals 18-jährige Johann Sebastian Bach prüfte und nahm sie ab. Sein Spiel überzeugte so sehr, dass er in Arnstadt seine erste Anstellung als Organist erhielt. An der Neuen Kirche wirkte er bis 1707. 1935, zum 250. Geburtstag des Komponisten, erhielt das Gotteshaus den Namen Johann-Sebastian-Bach-Kirche.
Heute gehören zwei Instrumente zur Kirche. Die restaurierte Wender-Orgel befindet sich an Bachs historischem Wirkungsort und steht für den barocken Klang, den Besucher mit seiner frühen Arnstädter Zeit verbinden. Unterhalb der Wender-Orgel befindet sich außerdem die Steinmeyer-Orgel. Sie entstand 1913 und besitzt einen romantischen Klangcharakter. Die Instrumente stehen damit für unterschiedliche musikalische Epochen. Bei einem Konzert oder einer Orgelführung lässt sich dieser Unterschied besonders gut erleben. Wer die Instrumente hören möchte, sollte vor der Anreise nach konkreten Terminen fragen.
Besuch und Zugang planen
Die Kirchengemeinde nennt ganzjährige Besichtigungszeiten: Montag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 11 bis 15 Uhr. Da kurzfristige Änderungen möglich sind, prüfen Sie die Angaben vor der Fahrt – besonders an Feiertagen oder wenn der Besuch an einen bestimmten Termin gebunden ist. Die Kirche liegt zentral am Marktplatz; die Adresse lautet An der Neuen Kirche, 99310 Arnstadt.
Wenn Sie auf einen stufenlosen Zugang, ausreichend Bewegungsfläche oder ein barrierefreies WC angewiesen sind, klären Sie die Bedingungen vorab direkt mit der Gemeinde. Fragen Sie konkret nach Stufen am Eingang und im Innenraum, Türbreiten, einer zugänglichen Toilette sowie möglichen Hör- oder Sehhilfen. Ohne eine individuelle Auskunft der Gemeinde lässt sich nicht zuverlässig einschätzen, ob der Zugang Ihren Anforderungen entspricht. Mit konkreten Angaben können Sie entscheiden, ob der Besuch für Ihre Bedürfnisse passt.
Wer in Arnstadt mehr Zeit hat, kann die Bachkirche mit einem Spaziergang durch die Innenstadt verbinden. Der zentrale Standort macht einen Abstecher zum Markt und zu weiteren historischen Kirchen im Stadtgebiet naheliegend; deren Besichtigungszeiten sind jedoch unterschiedlich und sollten separat geprüft werden. Für die Bachkirche selbst stehen die Baugeschichte, Bachs erste Organistenstelle und der Vergleich zwischen Wender- und Steinmeyer-Orgel im Mittelpunkt. Die offizielle Kirchengemeinde informiert über Besichtigungszeiten und mögliche Änderungen.