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Spielkartenmuseum Altenburg

Im Spielkartenmuseum Altenburg treffen die Geschichte des Skatspiels und fünf Jahrhunderte Spielkartenherstellung aufeinander. Die Sammlung zeigt Karten aus Altenburg, aus anderen Teilen Europas und aus aller Welt. Sie ist Teil des Residenzschlosses: Wer den Besuch plant, kann das Kartenthema mit den historischen Schlossräumen, der Schlosskirche und weiteren Sammlungen verbinden.

Spielkartenmuseum Altenburg Eine Sanduhr könnte ebenfalls im Schloss Altenburg mit seinen Museen stehen Foto: Markus Lenk

Vom Skatspiel zur internationalen Kartensammlung

Das Altenburger Spielkartenmuseum entstand 1923 als erstes deutsches Spielkartenmuseum. Sein Ausgangspunkt war die „Skatheimat“, ein von Otto Pech, genannt Pix, und Walter Sachse gestalteter Raum im Schloss. Ausstattungsstücke, Druckformen und Karten aus der örtlichen Spielkartenfabrik bildeten einen frühen Sammlungsgrundstock; Schenkungen und Leihgaben aus Altenburg kamen hinzu. Der Raum ist nach Restaurierungen wieder zu besichtigen.

Die Geschichte der Sammlung ist auch von Verlust geprägt. Im Zuge der Demontage der Altenburger Spielkartenfabrik nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein großer Teil der wertvollen Spielkartensammlung als Reparationsleistung abtransportiert. Nach Angaben des Museums gilt dieser Bestand bis heute als verschollen. Die heutige Sammlung wuchs danach durch gezielte Erwerbungen und Ausstellungstätigkeit wieder an. Der langjährige Museumsdirektor Kurt Schulze hatte daran besonderen Anteil.

Die Ausstellung verfolgt sowohl die örtliche Herstellung als auch die Verbreitung und Gestaltung von Spielkarten. Historische Druckformen und eine nachgestellte Kartenmacherwerkstatt machen einzelne Arbeitsschritte anschaulich: Gedruckte Kartenbögen hängen dort quer im Raum zum Trocknen. Daneben stehen Karten aus verschiedenen Ländern und Zeiten. So lässt sich vergleichen, wie sich Formen, Bildwelten und Spieltraditionen unterscheiden und wie Karten zugleich Gebrauchsgegenstand und kleine grafische Kunstwerke sein können.

Warum Altenburg als Skatstadt gilt

Skat ist eng mit Altenburg verbunden, doch seine Entstehung lässt sich nicht auf eine einzelne Person als Urheber zurückführen. Das Museum beschreibt es als Gemeinschaftsarbeit Altenburger Bürger. Der Name „Skat“ ist 1813 in einer Spielkladde belegt. Bei der Entwicklung des Spiels kamen Elemente aus mehreren damals bekannten Kartenspielen zusammen, darunter Tarock, L’Hombre, Solo und Schafkopf. Das neue Spiel verbreitete sich im 19. Jahrhundert über Studierende und Kaufleute zunächst in andere Städte und schließlich weiter. Wer die Skatgeschichte vertiefen möchte, kann in der Ausstellung die lokale Überlieferung den Karten und Darstellungen aus weiteren Regionen gegenüberstellen.

Der Schwerpunkt auf Spielkarten ist in das Schlossmuseum eingebettet. Im Residenzschloss gehören unter anderem historische Uhren, Porzellan, die Rüstkammer und herzogliche Wohnräume zu den weiteren Sammlungsbereichen. Für Gruppen, in denen nicht alle gleich stark am Skat interessiert sind, bieten Schlosskirche, Festsäle und weitere Sammlungen zusätzliche Anknüpfungspunkte.

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Besuch planen

Das Residenzschloss mit Schloss- und Spielkartenmuseum liegt am Schloss 2–4 in 04600 Altenburg. Es ist nach den veröffentlichten Besucherinformationen ganzjährig dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass ist 30 Minuten vor Schließung. Führungen durch Bachsaal, Festsaal und Schlosskirche mit Orgelanspiel vom Tonträger sind für 11, 13 und 15 Uhr angegeben. Die Führung kostet zusätzlich 3 Euro pro Person.

Der Eintritt für Erwachsene kostet derzeit 8 Euro, ermäßigt 6 Euro; eine Familienkarte kostet 15 Euro. Der Eintritt umfasst die Dauerausstellungen, Sonderausstellungen und den Hausmannsturm. Gruppen ab zwölf Personen zahlen pro erwachsener Person 7 Euro. Preise und Ermäßigungsbedingungen können sich ändern; vor der Anfahrt lohnt sich daher ein Blick auf die aktuellen Eintrittspreise des Residenzschlosses. Wer eine Kartenmacherwerkstatt selbst ausprobieren möchte, sollte vorab nachfragen: Das Museum nennt dieses Mitmachangebot unter Anleitung nach Anmeldung.