Nordhausen

Nordhausen Schicke Fachwerkhäuser waren einst charakteristisch für Nordhausen

Nordhausen, Thüringen. Nordhausen liegt im Norden von Thüringen nur wenige Kilometer vom Naturpark Kyffhäuser und den Städten Sondershausen und Bad Frankenhausen entfernt. Nordhausen ist seit vielen Jahren bekannt als Kornstadt, denn hier wird der Nordhäuser Doppelkorn seit 1507 in der Traditionsbrennerei hergestellt. Auch der Nordhäuser Kautabak, der von 1817 bis 1992 in Nordhausen produziert wurde, brachte der Stadt Berühmtheit. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten können in Nordhausen besichtigt werden. Veranstaltungen mit Musik, Tanz und Theater werden in der Stadt geboten.

Nordhausen Geschichte

Nordhausen wurde im Jahr 927 erstmals nachweislich in einer Urkunde von König Heinrich I. erwähnt, doch gab es wohl schon früher Siedler dort. Zumindest gibt es Beweise dafür, dass schon um 785 eine Siedlung am Frauenberg existiert haben muss. In den Jahren 908 bis 912 ließ Heinrich I. Die Burg Nordhausen errichten. Heinrichs Gattin Mathilde gründete 961 einen Stift, aus welchem später der Dom zu Nordhausen entstand. Die Gründung des Stift bewirkte, dass Handwerk und Handel eine immer größer werdende Rolle für die Region spielten. Kaiser Friedrich Barbarossa schenkte seine Besitzungen in Nordhausen dem Domstift und verhalf selbigem dadurch zu wesentlich mehr Einfluss und Macht. Im Jahr 1220 wurde Nordhausen von König Friedrich II. zur Freien Reichsstadt erklärt und behielt diesen Titel bis 1802. 1280 wurde das Alte Rathaus gebaut, die heute zu sehende Fassade wurde allerdings erst 1610 angebracht. 1277 wurde die Burg Nordhausen bei einer Auseinandersetzung zwischen Handwerkern und Reichsrittern vollkommen zerstört. Bei einem weiteren Aufstand im Jahr 1375 wurde der Rat der Stadt gestürzt und dessen Mitglieder verbannt. Turbulente Jahre, die Pest, Brände und Kriege mit sich brachten, folgten. In den Wirren der Ereignisse wurden einige Fachwerkhäuser zerstört. Von mehr als zehn Kirchen, die im Mittelalter errichtet wurden, blieben nur vier erhalten: der Dom, die Blasiikirche, die Frauenbergkirche und die Altendorfer Kirche. Im 19. Jahrhundert schließlich hielt die Industrialisierung Einzug in Nordhausen, wodurch die Stadt weiter wuchs.

Schlimme Zeiten erlebte Nordhausen kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges am 3. und 4. April 1945. Zwei Luftangriffe der Briten zerstörten etwa drei Viertel von Nordhausen. Neben knapp 9.000 Menschenleben und Tausenden von Wohnungen musste auch die Zerstörung vieler Kulturgüter registriert werden. Bei diesem Bombardement der Briten wurden der Dom, die Blasiikirche und die Frauenkirche beschädigt. Weitere Kirchen wurden völlig zerstört und daher im Lauf der Zeit abgetragen. Auch die Fachwerkbauten aus Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko wurden zum großen Teil vernichtet. Am 11. April 1945 wurde Nordhausen von amerikanischen Soldaten besetzt, ebenso das nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt liegende Konzentrationslager Mittelbau-Dora. Am 12. April 1945 wurde Nordhausen von den Amerikanern für die Dauer von einer Woche zur Plünderung durch die ehemaligen Häftlinge und Zwangsarbeiter im KZ freigegeben.

Beim Wiederaufbau von Nordhausen in den 50er und 60er Jahren ließ man die historischen Strukturen völlig außer Acht. Es wurde im modernen Stil gebaut.
Im Jahr 2008 verlieh die Bundesregierung der Stadt den Titel „Ort der Vielfalt“. Seit 2010 ist Nordhausen eine offizielle Lutherstadt.

Nordhausen Sehenswürdigkeiten

Die Rolandfigur vor dem Alten Rathaus erinnert an den Sturz des Rates im Jahr 1375. Die nachgebaute Figur des Roland besteht aus Gips, der echte Roland steht im Neuen Rathaus, gegenüber dem Alten Rathaus.
Im Stadttheater Nordhausen, das es seit 1917 gibt, werden Musik-, Ballett- und Theaterveranstaltungen geboten.
In der Traditionsbrennerei Nordhäuser Doppelkorn, die seit 1507 existiert, bekommt man Einblicke in die Herstellung und den Vertrieb des Schnapses. Selbstverständlich finden auch Verköstigungen statt.
Die alte Kautabak-Fabrik wurde zum Museum umgebaut. Im „Tabakspeicher“ werden Ausstellungen zu den Themen Handwerk, Gewerbe, Industrie und Archäologie gezeigt.
Im Kunsthaus Meyenburg ist die Ilsetraut Glock-Grabe Kunststiftung und die Städtische Kunstsammlung mit Werken von namhaften Künstlern wie Barlach, Warhal und Miro untergebracht.


Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora erinnert an mehr als 20.000 Menschen, die zwischen 1943 und 1945 hier ermordet wurden.

Der Nordhäuser Dom und die St. Blasii Kirche sind auf jeden Fall eine Besichtigung wert. Der Petriturm ist das Überbleibsel der Petrikirche nach der Bombardierung durch die Briten. Die Frauenbergkirche St. Maria wurde nach der Bombardierung durch die Royal Air Force im April 1945 in den Jahren 1953 bis 1968 Stück für Stück wieder aufgebaut und erhielt pünktlich zur Landesgartenschau 2004 einen schicken Vorplatz.

Nordhausen Unterkunft

Um die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte Nordhausens zu erkunden, sollte man sich eine schicke Unterkunft buchen. Eine Ferienwohnung in Nordhausen ist ein idealer Ausgangspunkt, um Unternehmungen in der Stadt oder in der näheren Umgebung zu planen.

Foto: www.thueringen-netz.com

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