Erfurt: Geschichte, Kultur und grüne Seiten
Unterkünfte in Erfurt
Erfurt verbindet eine vielschichtige Stadtgeschichte mit Gärten, Flussläufen und Naturerlebnissen. Das jüdisch-mittelalterliche Erbe, Kirchen und die Krämerbrücke geben einem Aufenthalt einen klaren kulturellen Schwerpunkt; egapark und Steigerwald setzen andere Akzente. So können Sie Ihre Tage nach Interesse gestalten, statt alle Eindrücke in ein einziges Programm zu packen.
Jüdisch-mittelalterliches Erbe und Stadtgeschichte
Das Jewish-Medieval Heritage of Erfurt umfasst die Alte Synagoge, die Mikwe und das Steinerne Haus in der Erfurter Altstadt. Gemeinsam veranschaulichen die Orte das Zusammenleben einer jüdischen Gemeinschaft mit einer überwiegend christlichen Gesellschaft während der mittelalterlichen Stadtentwicklung. Erfurt lag damals an einem Knotenpunkt wichtiger Handelswege. Dieser Zusammenhang gibt den einzelnen Bauwerken einen historischen Rahmen, ohne ihre unterschiedlichen Funktionen gleichzusetzen.
Die besonders gut erhaltene Bausubstanz der Alten Synagoge stammt größtenteils aus der Zeit von etwa 1100 bis zum frühen 14. Jahrhundert, als das Gebäude als Synagoge genutzt wurde. Bei der Mikwe ist ihre ursprüngliche Funktion als rituelles Bad vollständig wahrnehmbar. Ein Besuch der drei Orte eröffnet damit verschiedene Perspektiven auf das jüdisch-mittelalterliche Erbe. Auf der Krämerbrücke wiederum prägen Häuser nicht nur das Bild der Brücke: Sie ist Europas längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke. Ihre 120 Meter Länge und 32 Häuser machen ihre besondere Bauform greifbar.
Auch die Kirchen erzählen von verschiedenen Zeiten und Formen religiöser Baukunst. Im mittleren Turm des Doms St. Marien befindet sich die mittelalterliche freischwingende Glocke Gloriosa. St. Severi ist eine fünfschiffige gotische Hallenkirche; zu ihren hervorgehobenen Ausstattungsstücken zählen der Severisarkophag, eine Steinmadonna und ein 15 Meter hoher Taufstein. Das Evangelische Augustinerkloster ist mit Kirche, drei umbauten Höfen sowie Konvents- und Wirtschaftsgebäuden ein seltenes, geschlossen erhaltenes Beispiel mittelalterlicher Ordensbaukunst. Martin Luther trat 1505 in das Kloster ein und feierte dort 1507 seine erste eigene Messe.
Festung, Gärten und Landschaft
Die Zitadelle Petersberg verbindet Architekturgeschichte mit Eindrücken von oben. Sie gilt als eine der größten und als die einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung Mitteleuropas. Bei einem Besuch können Sie die Ausstellung im Kommandantenhaus und die Horchgänge in den starken Festungsmauern erkunden. Die erhöhte Lage und der sternförmige Aufbau bieten mehrere Aussichtspunkte mit weiten Blicken über Erfurt; von der Bastion Michael im Westen sind Sonnenuntergänge zu sehen. Damit stehen auf dem Petersberg sowohl die Anlage selbst als auch der Blick auf die Stadt im Mittelpunkt.
Wer nach den historischen Bauwerken einen anderen Schwerpunkt setzen möchte, findet im egapark ein bedeutendes Gartendenkmal der 1960er-Jahre mit 20 Themengärten. Zum Park gehören außerdem Thüringens größter Spielplatz mit Kinderbauernhof und Wasserbereich sowie die historische Cyriaksburg mit dem Deutschen Gartenbaumuseum. Im Danakil durchqueren Besucher Wüste und Tropen und erfahren, wie sich Pflanzen und Tiere an extreme Lebensbedingungen angepasst haben. Der Thüringer Zoopark Erfurt umfasst rund 63 Hektar und zeigt mehr als 1.000 Tiere aus aller Welt in Anlagen, die natürlichen Lebensräumen nachempfunden sind.
Eine weitere grüne Seite Erfurts zeigt der Steigerwald, der seit 1940 Landschaftsschutzgebiet ist. Die Stadtlandschaft umfasst 550 Hektar Erholungsflächen, etwa 2.000 Hektar Wald, 379 Hektar Wasserflächen und 156 Kilometer Flussläufe. Diese Zahlen beschreiben unterschiedliche Bestandteile der Landschaft und geben einen Eindruck von der Bandbreite neben dem Stadterbe. Wer Kultur und Natur verbinden möchte, kann deshalb für die Tagesplanung bewusst zwischen historischen Orten, Gartenanlagen und Landschaft wählen.
Erfurt als Teil einer Thüringenreise
Im übergeordneten Reiseziel Thüringen stehen neben Erfurts Stadtgeschichte weitere kulturelle und landschaftliche Profile. Die Wartburg bei Eisenach ist UNESCO-Welterbe und mit Martin Luthers Übersetzung des Neuen Testaments verbunden. Der Hainich wurde 2011 als Teil der deutschen Buchenwälder in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Diese Beispiele unterscheiden sich deutlich von den Erfurter Bauwerken und Gartenanlagen. Für die Wahl Ihres Aufenthaltsorts ist daher hilfreich, zuerst den Schwerpunkt festzulegen: Soll die Stadt selbst den kulturellen Mittelpunkt bilden, oder möchten Sie Thüringen mit einem anderen regionalen Thema verbinden?
Wenn Sie Ihren Aufenthalt auf Erfurt ausrichten, können Sie die historischen Sehenswürdigkeiten und die grünen Seiten der Stadt als unterschiedliche Bausteine behandeln. Die Krämerbrücke verbindet Baugeschichte mit Galerien und Läden, die unter anderem Thüringer Blaudruckstoffe, handbemalte Keramik, Lauschaer Glas, Holzschnitzereien und regionale Köstlichkeiten wie Unstrut-Weine anbieten. Petersberg, Kloster und Kirchen setzen dagegen eigene kulturgeschichtliche Schwerpunkte. Eine solche Auswahl hilft, den Aufenthalt nach Ihren Interessen zu ordnen und Raum für verschiedene Eindrücke zu lassen.
Weitere zugehörige Ortsseiten: Kerspleben, Molsdorf, Frienstedt, Tiefthal, Kühnhausen, Niedernissa und Erfurt.